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Philipp Ede
Aschaffenburg, 18. September 2020

Wählen schon ab 16 Jahren

„Der Jugend eine Stimme geben!“

Diesen Samstag, den 19.09.2020, findet der FDP-Bundesparteitag in Berlin statt.

Auf dem Bundesparteitag stellen die Jungen Liberalen einen Antrag, der die Absenkung des Wahlalters auf 16 Jahre bei Bundestags- und Europawahlen fordert.

Max Bruder (31, IT-Kaufmann aus Großostheim) von den Jungen Liberalen Aschaffenburg wird als FDP-Delegierter auf dem Parteitag für den Antrag zur Absenkung des Wahlalters stimmen. Er ist seit 2008 sowohl Mitglied der FDP als auch der Jugendorganisation der FDP.

„Bisher werden Entscheidungen zu Bildung, Sozialsystem, Digitalisierung und Klima sowie Umwelt ohne die Beteiligung der Jugendlichen getroffen, obwohl sie zukünftig die Folgen dieser Entscheidungen zu tragen haben.“ äußert sich Max Bruder. „Besonders das Thema Demografie treibt mich um: Die Altersgruppe 15-20 stellt mehr als eine Million Erwerbstätige. Diese zahlen genauso Sozialabgaben und in die Rentenkasse ein – von der politischen Mitbestimmung sind sie jedoch ausgeschlossen. Der demografische Wandel führt dazu, dass weniger Erwerbstätige immer mehr Rentnern gegenüberstehen. Hier besteht bei Gegenmaßnahmen dringend Handlungsbedarf in den nächsten Jahren. Für eine grundlegende Reform des Sozialversicherungssystems braucht es auch die Mitbestimmung der Jüngeren, die Abgaben leisten. Ansonsten droht steigende Politikverdrossenheit. Deswegen werde ich für die Absenkung des Wahlalters auf 16 stimmen!“

Lukas Bohn (19, Student aus Goldbach), der Kreisvorsitzende der Jungen Liberalen Aschaffenburg, begrüßt den Antrag: „Die immer weitreichendere Politisierung der Jugend ist ein eindeutiges Zeichen dafür, dass auch junge Menschen für ihre Meinungen und Positionen einstehen können und wollen. Entscheidungen, die der Bundestag heute trifft, betreffen auch die Generationen von morgen - egal ob es um Bildung, Rente oder Nachhaltigkeit geht! In einigen Bundesländern dürfen Jugendliche ab 16 schon bei Kommunal- und Landtagswahlen wählen; wieso nicht auch bei Bundestags- und Europawahlen. Zudem beweisen junge Menschen im Ehrenamt, in der Schülervertretung und auch während Corona, dass sie Verantwortung für sich und ihre Mitmenschen übernehmen. Daher ist ein Wahlrecht ab 16 Jahren mehr als überfällig.“

Jens Teutrine, der Bundesvorsitzende der Jungen Liberalen, forderte die FDP auf, sich in Sachen Wahlalter ab 16 einen Ruck zu geben. „Als Partei der Eigenverantwortung sollte man jungen Menschen eine Wahlentscheidung zutrauen”, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Teutrine ergänzte, Studien hätten belegt: “Je häufiger man hintereinander wählen geht, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dies auch weiter zu tun – Wählen verstetigt sich.”